Magdalena Fournillier Klasse Hesse
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Magdalena Fournillier Klasse Hesse

Bestia Nudista von Magdalena Fournillier ©2013

Für Charles Darwin ist die nackte, fellfreie Haut das wichtigste sexuelle Ornament am menschlichen Körper. Über Generationen kam es so zur Sexualisierung der gesamten Körperoberfläche. Selbst die Entwicklung von Kleidung steuerte diesem Trend nicht entgegen, sondern wurde sehr früh schon als zusätzlicher sexueller Anreiz gesehen. Körperbereiche wurden verdeckt aber zugleich auch betont. Haut stimuliert und erregt, doch kann sie in der öffentlichen Nacktheit auch Scham auslösen. Der Mensch zeichnet sich durch das Spiel mit seiner Nacktheit, dem Reiz des Zeigens und Verhüllens aus. Er ist der Profi unter den Nackten. Bewegt man sich jedoch weg von den An- und Ausziehspielen des Menschen und entkleidet, was nicht entkleidet gehört, wie schnell steht Nacktheit dann auch für etwas Groteskes, Verformtes und Fremdes. 

Fellige Körper, die durch glänzende, dichte Behaarung ihre Gesundheit und Vitalität ausdrücken, werden hier dieses natürlichen Schutzes beraubt. Tritt bei Tieren ein Fehlen von Fell oder Federn auf, dann meist nur durch Krankheit, seelisches Unwohlsein und Stress oder durch Mutationen, wie sie bei der Hobbyzucht oder bei Modellorganismen in wissenschaftlichen Labors entstehen. So natürlich der Mensch nackt ist, so unnatürlich und grotesk wirkt die nackte Haut an sonst behaarten Tieren. In wie weit unterscheidet sich nun der Phänotyp eines Eichhörnchens noch von dem einer Ratte. Zwei Tiere die sich sonst ganz unterschiedlicher Beliebtheit in unserer Kultur erfreuen. Oder der Phänotyp eines Fuchses von dem eines Hundes? Betrachten wir Natur gegen Mutation und fragen wir uns, wie viel nackte Haut noch normal ist?