Tania Ost Klasse Hesse
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Diese Träume treiben mich an.

Neun Leben von Tania Ost © 2007 

Ich habe als kleines Kind immer davon geträumt erwachsen zu sein. Ich habe auch manchmal davon geträumt, nicht so alleine zu sein und dass ich mit meinen Schulkameraden gut zurechtkomme, dass sie mich mögen. Solche Dinge. Zu konkreten Wünschen kann ich sagen, dass ich immer von so einem Igel im Garten geträumt habe. Der Igel, der kleine Igel, vielleicht sollten es auch zwei sein, hätte eine kleine Holzhütte bekommen. Mir war völlig unklar, ob Igel eine Holzhütte brauchen, wo der Igel überhaupt lebt, ob er in einem Garten gern lebt. Ich habe dann immer, in regelmäßigen Abständen, kleine Häuser gezeichnet für die Igel. Da war wohl schon die Architektin in mir. Dann habe ich mich tatsächlich mit meinen Eltern darüber unterhalten. Wahrscheinlich war das so ein Traum wie mit dem Schaf. Es war nicht so ohne weiteres realisierbar. Außerdem hatten wir nur einen Kleingarten.  

Wir hätten täglich den Igel besuchen müssen, wahrscheinlich auch füttern müssen. Ich weiß bis heute nicht, wie die Igel gepflegt werden müssen, ob sie sich im Garten überhaupt wohl fühlen, oder ob sie dann abhauen einfach und sich vielleicht einen Tunnel buddeln, oder sich mit einem Maulwurf zusammentun. Eigentlich sind Igel relativ stachelig, ich habe das damals wie ein Kuscheltier im Kopf gehabt, etwas süßes, niedliches, als kleines Kind. Ein Traum von damals, heute? Vielleicht immer noch erwachsen sein. Obwohl, ich glaube, eher nicht, eher umgekehrt. Ich denke manchmal, dass ich zu erwachsen denke, ein Stück weit konservativ oder ein bisschen steif. Dann habe ich eher den Wunsch, kindlich zu sein, auszubrechen. Ich weiß nicht, ob sich das irgendwann wie eine Wippe dann umkehrt oder nach einem ähnlichen Prinzip, dass das ganze kippt, oder der Wunsch erwachsen zu sein nicht mehr da ist, weil man eigentlich erwachsen ist. Im folgenden geht es um die Berufe, die eigentlich jeder einmal ausüben wollte, um vergangene Kinderträume und um Erwachsenenwünsche für die nahe Zukunft. Meine acht Träumer verbindet neben ihrem Einsatz in verschiedenen Berufen der damit einhergehende Drang nach Wissenserwerb. Der Wunsch bleibt das Weiterlernen und Weiterkommen und Weitergeben, die Erweiterung des Blickwinkels. Und diese Träume und Wünsche treiben mich weiter.